Der Vulkan-Ausbruch von Mount Focusing
Vienna
Focusing Conference 2026, DG
Es war
Morgens um 8 Uhr als Michael Welten einen Platz im
Hotel-Restaurant des Wiener
Europahauses gefunden hatte und zwar am Tisch von
Ruth, einer US-Israelin aus Jerusalem. Sie saß und aß
alleine, ihr Tischpartner war schon zur morgendlichen
Einstimmungs und Ankündigungsgruppe (Attuement &
Announcementsgruppe) gegangen. Sie sei fast fertig, meinte
sie, um ihn nicht zu enttäuschen, dass sie gleich ginge.
Er solle sich doch einen anderen Tisch suchen. Doch
Michel, der am Tag zuvor mit ihr intensiv über die
Lebenssituation in Jerusalem und die offensichtliche
Unterdrückung der liberalen Juden durch die orthodoxe
Mehrheit der Traditionalisten und Kriegstreiber sprach,
wollte gern mehr von ihr hören. Und tatsächlich, binnen
kurzem kam sie auf die Ereignisse des Vorabends: Nach der
abendlichen Veranstaltung "Ceremony of the Humanity" sei
es zu einem Vulkan-Ausbruch der Gefühle gekommen. Drei
junge Frauen seien aufgestanden und hätten in den Saal
gerufen: Wir wollen gehört werden. Wir wollen gesehen
werden. Wir wollen unsere Gefühle wahrnehmen und ihnen
Ausdruck geben. Offensichtlich war das so aufrührerisch
und den geplanten Fortgang der Veranstaltung sprengend,
dass eine Palästinenserin gleichfalls aufsprang und die
unmenschlichen Verhältnisse im Gaza-Streifen und die
Untätigkeit der Weltgemienschaft angesichts der
barbarischen Bombardements und Aushungerung durch die
Israelische Armee. Daraufhin sprang eine Israelin auf und
beschuldigte ihrerseits die Palästinenser, so dass es zu
einer heftigen Auseinandersetzung schreiender Frauen
gekommen sei. Und weitere Frauen seien aufgestanden, so
dass es fast tumultartig zugegangen sei.
...
Es ist ein Phänomen: Während die Männer von Männern an die
Front geschickt werden, um sich gegenseitig tot zu
schlagen, sind es Frauen, die den gesellschaftlichen
Skandal der Mißstände öffentlich machen. Ob nun im
Gewandhaus während der Rede des Deutschen Bundeskanzlers
a.D. Olaf Scholz und in der Handelsbörse
bei einem Event mit dem Deutschen Bundespräsidenten
Steinmeier (noch nicht a.D.) oder aber bei einer
Wahlkampf-Kundgebung des vormaligen FDP Vorsitzenden
Lindner, es sind Frauen, die es wagen, hervorzutreten und
lautstark das Morden und Hungern anprangern. Die
Anwesenden sind zumeist schockiert und finden solch
Gebaren unmöglich. Sie fühlen sich bedroht und genötigt
etwas zu tun, wo sie doch nur friedlich zuhören und dabei
sein wollen.
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